Weihnachtszeit 2016 


Für viele Betroffene ist die Weihnachtszeit eine Zeit der Panik. Die Kaufsucht übertrifft alle

Negativen Gedanken. Die Sucht ist stärker wie die Angst, wie das schlechte Gewissen, wie das Schamgefühl.

Es ist, wie ein pochender Schmerz, Schmerz? Ja, weil man weiß was das bedeutet! Und der sich nicht abstellen lässt. 

Manchmal braucht es nur ein ganze kleine Situation und der Drang der Sucht  ist da. Sehen, hören, spüren, riechen, es ist wie ein

Feuerwerk, was da entfacht wird. Feuerwerk muss nicht schön sein, die Raketen können auch alle verpuffen. Das ist dann die Gier die noch bleibt.

Ich wende diesen makabren Satz an, der vieles sagt, „Gier frisst Hirn“. Man hört nichts mehr, man sieht nichts mehr, alles

wird völlig ausgeblendet. Es heißt dann nur noch,

kaufen, kaufen, kaufen. Man ist der Sucht ausgeliefert. Es ist ein funktionieren die nicht der Kaufsüchtige sondern

die Sucht bestimmt.. Diese Attacken sind wie eingebrannt im Hirn. Das sind die Situationen, als ob ein Dämon in einem wohnt, der sagt, nun mach, Du bist eh untern, wer will Dich noch. Das ist der Punkt, da fühlt man sich erniedrigt und man sich selbst nicht mehr genügt.

Der Gedanke, es erlöst mich jemand, nie wieder in diese Situation zu kommen, ist ein einziges Wunschdenken. Es ist eine Rolle, in die man schlüpft, die nichts mit der Person, die ich bin, zu tunt hat.

Ich selbst finde es verwerflich, so zu sein. Erschreckend, solche Gedanken zu haben und es selbst ausgeführt zu haben. Man sitzt so tief im Sumpf, dass man sich selbst nicht mehr daraus helfen kann. Im Gegenteil, es wird immer schlimmer, die Rolle, zu funktionieren, stumm zu sein, widerliche Gedanken zu haben, Aggressiv dem anderen Gegenüber,

das Gehetzt sein, dies nur noch laufen um zu kaufen. Die Ängste, das Wissen, das nicht kaufen dürfen, sich selbst wieder in Gefahr zu bringen, es ist weg. Einfach weg, Jetzt beginnt die Hetzjagd, egal zu was, sie ist da und muß umgesetzt werden.

Dieses Muß der Gier, es ist wie Hunger, es ist eine Attacke des Süchtigen, es sofort zu haben, Es ist nicht mehr zu verschieben, es brennt innerlich, je länger dieser Kaufakt dauert um so widerlicher wird die Laune, die aber nur die von uns geliebten Menschen mit bekommen. Es ist ein Teufelsritt mit all den genannten Gefahren. Diese Kaufattacke kann, jetzt sofort, oder an diesem Tag oder Tage andauern, Niemand kann einem diesen Gedanken nehmen. Kein Störfaktor darf in dieser Zeit dazwischen kommen. Wenn, baut sich dieser Gedanke des Kaufens ganz schnellst wieder auf.

Es tut so weh, es ist als ob jemand Dich auffrisst, immer ein Stückchen mehr, und wir lassen es uns gefallen, weil wir keinen Weg daraus wissen. Innerlich, nach Außen ist unsere Fassade aufgebaut.

Die Sucht hat uns so gefügig gemacht, dass wir selbst nicht mehr der Mensch sind der an 1. Stelle stehen will. Nein, wir haben eine Rolle in der Familie übernommen, Allen Gutes zu tun. Der Anschein unserer Person kommt nur anders rüber, da wir unseren Kummer, die Angst darüber sprechen zu müssen, ins Innere verlegt haben. So denkt und meint jeder um uns herum, es geht uns zu gut und dadurch werden, natürlich und in höchsten Maße, Vorwürfe und Drohungen gegen uns verwendet. Je mehr es uns trifft und je mehr es uns weh tut sind wir bedacht das es allen gut oder sehr gut gehen soll. Wir erfüllen allen die uns ganz nah sind, jeden Wunsch und jeder Wunsch ist erfüllbar.

So ist Weihnachten die wichtigste Zeit, aber auch die schlimmste Zeit im Jahr. Alle Wünsche sind gespeichert, auch nicht mehr zu löschen, der Run, wie schon beschrieben geht los, es ist oft kein anderes Denken mehr möglich, was jetzt abgeht ist das man der Sucht „hörig“ ist. Sie läßt auch anderes nicht mehr zu. 

Wir sind nicht betrunken, wie haben nicht gekifft, und doch sind wir nicht klar im Kopf, wie in Trance ist der Kaufakt 

zu erklären. 

Es ist wie ein Viehtrieb, der da abgeht, als ob der Teufel uns Jagd, mach kauf, schnell, du verlierst eh. Schneller und schneller geht es in uns ab und dies setzt man auch noch an Heiligabend um, weil man meint, es ist alles noch nicht genug

Was du da gekauft hast.

Es ist wie Marathon, schneller und schneller um 1er zu sein, bloß nicht das das gedachte Teil nicht mehr da ist.aber das gelingt nie.

Die Freude die wir uns wünschen am Heiligabend, vergeht meist schon nach den ersten ausgepackten Geschenken,

Warum das, warum so viel, du hättest doch nicht so viel kaufen müssen. Eigentlich wollte ich……..

Der Abend ist ein Drama, nicht das 1. Weihnachten, was wieder so enttäuschend ist und man würde am sich am liebsten in Luft auflösen.

Enttäuscht, ausgelaugt, ganz unten, alles tut weh, ich mache es niemanden mehr schön, ich kaufe nie wieder was. Und selbst, hat man hat keine Freude an den Geschenken die man selbst bekommt. 

Selbst kann man mit dem Geschenkten nicht umgehen, da fast immer das Gefühl da ist, DAS habe ich nicht verdient.

Aufgezählt der Personen in der eigenen Familie nimmt man schon immer in Kauf, das letzte Glied zu sein.

Warum? Weil man wieder nichts richtig gemacht hat.

               Weil man wieder nur Vorwürfe bekommt

               Weil, weil man sich selbst schämt, es nie hin bekommt, glückliche Menschen zu sehen.

Dafür gibt es Essen vom feinsten, alles, alles was das Herz begehrt, alles was alle so gern mögen,

aber da ist es wieder, wie teuer war das, das ist doch viel zu viel, du musst nicht immer so viel kaufen,

die Hälfte hätte auch genügt.

Ja, ich bin krank, ja, ich kann nicht mit Geld umgehen, ja ich habe die Werte nicht für´s Geld,

aber immer und immer wieder gezeigt bekommen, das man ein NICHTS ist, da geht das Selbstwertgefühl gänzlich baden

und man will sich in Luft auflösen!

Warum bin ICH überhaupt noch da????

Weihnachten 2012 - 2013, dies sind meine eigenen Worte, die nicht zu eigenen Zwecken verwendet dürfen!!

Sieglinde Zimmer-Fiene